Falsche Zeit, falscher Ort, falsches Gepäck

Da man sich beim Tabletophobby mit der Tatsache anfreunden muss, dass man sich zum effektiven Spielen hin und wieder mit Menschen sozialisieren muss und entsprechend kennen lernt und Freundschaften schließt, bleibt es nicht aus, dass man sich ab und an auch mal abseits von den Schlachten auf der Platte mit Freunden trifft.

So auch am vergangenen Freitag bei mir, wo ich einen Freund zu gemeinsamen Kochen und zum Brettspielabend besuchte.  Da ursprünglich angedacht war, dass ich zwei Stunden früher erscheine, als ich es am Ende tat (die “leichten Schauer”, die der Wetterdienst angekündigt hatte, entpuppten sich auf dem Weg zur Bushaltestelle als ein Wolkenbruch mit Platzregen, dem meine auf sonniges Wetter ausgelegte Bekleidung nichts entgegen zu setzen hatte, was mich dazu zwang, noch einmal nach hause zu gehen und die Kleidung zu wechseln) und wir noch ein wenig Warmachine spielen, hatte ich meine Miniaturen dabei. Gespielt haben wir dann aber “nur” Siedler von Catan und Descent bis etwa 1 Uhr.

Halb zwei Uhr saß ich dann im Nightliner Richtung Heimat, wo ich dann nach der üblichen Reise über Dörfer um etwa 2:30 Uhr fast ankam. Mich trennten zu diesem Zeitpunkt nur noch ca. 200 Meter von meiner Haustür, als ein schwarzer Mercedes, statt wie eigentlich üblich gesittet über die Kreuzung zu fahren, frontal auf mich zufuhr und vor mir auf dem Gehweg hielt. Es stiegen dann zwei Männer aus, die sich als Polizeibeamte vorstellten. Nachdem sie mir auch ihre Dienstausweise gezeigt hatten, kam ich ihrer Bitte nach und öffnete meinen Miniaturenkoffer – die beiden Herren waren von der Drogenfahndung.

Statt der wohl vermuteten Rauschmittel durften die beiden Beamten dann auf zwei Schaumstofflagen meine Cygnarminiaturen betrachten, was sie wohl zufrieden stellte. Anschließend wurde ich noch gefragt, ob ich schon einmal wegen “böser Sachen” mit der Polizei zu tun hatte. Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht meinen Ausweis vorzeigen musste (das folgte im Anschluss), ich mich am Morgen erst rasiert hatte und ich zugegebenermaßen nicht nach meinen 21 Jahren aussehe, war ich bisher der Meinung, dass ich immerhin älter wirke als 13 und man mit mir durchaus auf einem normalen Niveau kommunizieren kann. Zum Schluss kam dann noch die Frage, ob ich Betäubungsmittel benutzen würde, bevor wir uns verabschiedeten und wieder getrennter Wege gingen – ich um eine Erfahrung reicher:

Miniaturenkoffer können um 2:30 Uhr in einem für seinen Drogenumsatz bekannten Stadtviertel alarmierend auf die Herren von der Drogenfahndung wirken. :mrgreen:

Der Stein ... ähm Koffer des Anstoßes

~ der Saufzwerg 

Published in: on 21. August 2011 at 17:34  Hinterlasse einen Kommentar  

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